Chronik der FF Gotteszell

Die FF Gotteszell wurde im Jahre 1873 gegründet.

Aus den ersten 80 Jahren liegen uns nur wenige Aufzeichnungen vor.

Damals wurde man mit einer Druckspritze ausgerüstet bis man im Jahre 1900 die alte Druckspritze gegen eine neue Saug- und Druckspritze ersetzte. 1928 wurde das Feuerwehr Gerätehaus gebaut und zwei Jahre später konnte die erste Motorspritze angeschafft werden.

Am 30.05.1953 wurde für das 80-jährige Gründungsfest ein Festausschuss zusammengestellt der binnen kürzester Zeit das Fest organisierte.

Durch die Mithilfe aller Mitglieder, der Mitgliederstand war damals bei 46 Aktiven, 40 Passiven und 15 Ehrenmitgliedern, wurde vom 13. - 14. Juni 1953 das 80-jährige Bestehen mit 54 Vereinen gefeiert.

Im Jahre 1954 gelang der Feuerwehr etwas, was noch keinem Verein in Gotteszell solange man zurückdachte, gelang.

Man schaffte es, mit viel Mühe aber auch Freude ein Prinzenpaar mit seinem Hofstaat aufzustellen und einen Faschingszug zu organisieren.

Dass der Faschingszug einen solchen Erfolg hatte, war der großen Mithilfe der gesamten Bevölkerung zu verdanken.

 

Nach dem Erfolg des ersten Faschingszuges entschloss man sich, 1956 nochmals einen Faschingszug mit der Hinrichtung des Räuberhauptmanns Kneisel zu veranstalten.

Im Jahre 1961 war die Freiwillige Feuerwehr der erste Verein, der in Gotteszell einen Maibaum aufstellte.

Nach längeren Drängen konnte man 1964 bei der Gemeinde erreichen, dass 1965 ein Löschfahrzeug angeschafft wird. Dies war zugleich das erste Einsatzfahrzeug, da zu bisherigen Einsätzen, erst mit Pferden, später mit dem Lkw der Brauerei Hacker gefahren wurde.

Für dieses Fahrzeug musste aber das bestehende Gerätehaus umgebaut werden.

 

Am 2. Dezember 1965 konnte das neue LF 8, der Marke Opel Blitz, vom damaligen 1. Kommandanten Josef Gruber, 1. Maschinisten Stefan Zahlauer und 2. Maschinisten Leopold Hinkofer aus Karlsruhe abgeholt werden.

Am 25.09.1966 wurde nun das neue Löschgruppenfahrzeug und das umgebaute Gerätehaus eingeweiht.

Bereits in den folgenden Jahren wurden Leistungsprüfungen durchgeführt um die Einsatzbereitschaft unserer Wehr unter Beweis zu stellen

In den folgenden Jahren ging das aktive Leben der Wehr seinen Lauf, bis man sich 1972 entschloss, 1973 dass 100-jährige Bestehen der Wehr mit einer Fahnenweihe zu begehen. Es mussten viele Vorbereitungen getroffen werden, um dem Fest den richtigen Rahmen zu schaffen.


Die FF Gotteszell bekommt im Jahre 1976 eine neue Sirene, nun ist die Wehr wie alle anderen auch über die Notrufnummer der Polizei, zu jeder Tages- und Nachtzeit zu erreichen.

Die Drehleiter aus Zwiesel rückt an, um die Sirene auf dem Dach des Kaufhauses Dostler von Anton Heigl montieren lassen zu können.

Damit auch die Gewähr gegeben ist, dass die Funkalamierung im Bedarfsfall auch funktioniert, ist es unbedingt erforderlich, einen monatlichen Probebetrieb einzuführen. Dieser findet in der Zeit von 12.00 Uhr - 12.15 Uhr statt.

Hierzu wurde für Gotteszell jeder 2. Montag im Monat vom Landratsamt eingeteilt.

Beim Ablauf des Probealarms ist von den einzelnen Feuerwehren oder Gemeinden das ordnungsgemäße Signal (3x Wechselton) zu überwachen und die einwandfreie Durchsage im Feuerwehrhaus zu prüfen.

Die Freiwillige Feuerwehr Gotteszell war auch immer ein gern gesehener Gast bei Veranstaltungen und Festlichkeiten, wie folgende Aufnahmen belegen.

Am 04.04.1981 wurden alle Mitglieder der Wehr aufgerufen, sich am Patenbitten für das 75-jährige Gründungsfest der FF Bergern zu beteiligen.

Man erwartete die FF Bergern am Ortseingang von Gotteszell, wo die Bergener mit einem Begrüßungsfass Bier aufwarteten, um die Nachbarschaftshilfe zu erhalten.

Nach einigen Begrüßungsworten wurde unter der Marschmusik der Kapelle Heinz Müller aus Ruhmannsfelden zum Gasthaus Hacker gezogen, um bei Musi, Brotzeit und Freibier noch einzelheiten zu bereden.


Vom 19. - 21. Juni 1981 feierte man das 75.

Der schlechte Zustand des bestehenden Gerätehauses gab in den letzten Jahren immer mehr Zündstoff zwischen Gemeinde und der Wehr, da ging 1984 ein langersehnter Wunsch in Erfüllung. 

Es wurde beschlossen, im nächsten Jahr mit dem Bau eines neuen Gerätehauses zu beginnen.

 

Im September 1985 wird endlich mit dem Bau begonnen, doch da treten ungeahnte Schwierigkeiten auf. Der Platz hat nicht die erforderliche Tragfähigkeit. Der Boden muss zuerst noch verdichtet werden.

 

Doch nach Beseitigung der Schwierigkeiten konnte man mitansehen, wie das neue Feuerwehrgerätehaus mit angebautem Bauhof immer mehr seine Formen annahm.

 

Am 13. Dezember 1985 konnte man in Anwesenheit mehrerer Gemeinderäte, der Führungskräfte der Feuerwehr, dem Baustellenplaner, einiger Arbeiter und dem Bürgermeister das Richtfest feiern.

1986 rüstet sich Gotteszell und natürlich auch die Feuerwehr für die 700 Jahr Feier. Hierfür wird die alte Druckspritze der Feuerwehr, Baujahr 1888 aus dem Verließ geholt und restauriert.

Ebenso wurde ein Festwagen hergerichtet, auf dem sich ein Nachbau des neuen Gerätehauses und Bauhofes befand.

In diesem Jahr wurden auch die letzten Handgriffe am neuen Gerätehaus getätigt.

Vom 22. August - 24. August 1986 wurde die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses mit Gemeindebauhof gefeiert.

Nachdem das neue Feuerwehrgerätehaus den gesetzlichen Anforderungen entsprach, konnte das langersehnte neue Löschgruppenfahrzeug LF 8 schwer am 10. Juli 1987 vom Magirus Werk in Ulm abgeholt werden. Diese Anschaffung wurde notwendig, da das alte LF 8 Marke Opel Blitz, Baujahr 1965, reparaturanfällig wurde und die Technik veraltet war.

Die Wehr beteiligte sich am Ankauf des neuen Fahrzeuges. Damit war die Ausrüstung wieder zeitgemäß.

Unter Anwesenheit von Ehrengästen und Gastvereinen wurde das neue Löschgruppenfahrzeug von Pfarrer Josef Bartl am 15. August eingeweiht. Nach der Einweihung auf dem Kirchplatz von Gotteszell erfolgte die Schlüsselübergabe und somit die Indienststellung des Fahrzeuges. Im Anschluss daran erfolgte der Rückmarsch zum Feuerwehrgerätehaus, wo sich ein gemütliches Beisammensein mit Festbetrieb anschloss.

1989 hält auch in Gotteszell die stille Alamierung einzug. Die Wehr erhält 18 Funkmeldeempfänger (sogenannte Piepser), damit wird die Einsatzfähigkeit verbessert, die Einwohner werden bei kleineren Einsätzen nicht aufgeschreckt und auch die Zahl der Schaulustigen verringert sich. 1991 entschloss man sich eine Jugendgruppe zu gründen, da bisher die Neuzugänge in den Aktiven Dienst eingeschlossen waren.

Auf Anhieb erklärten sich 8 Jugendliche bereit, sich für den Feuerwehrdienst zu verpflichten. Bis heute erfreut sich die Gruppe eines regen Zuspruchs.

Die Ausbildung erstreckt sich nicht nur über das Feuerwehr Einmaleins, sondern auch über Zeltlager, Ausflüge und sportliche Veranstaltungen. Mit Erreichen der Altersgrenze werden sie als voll ausgebildete Feuerwehrmänner in den aktiven Dienst übernommen.

Da für die Atemschutzübungenn und Besorgungsfahrten nach Regen oder Zwiesel immer das Löschgruppenfahrzeug benutzt werden musste, für diese Zeit keine Einsatzbereitschaft vorlag, Feuerwehrmänner zu den Einsätzen mit ihren eigenen Fahrzeugen fahren mussten, überlegte man, sich ein zweites Fahrzeug anzuschaffen.

Nach Regelung der Kostenfrage kaufte die Wehr aus eigenen Mitteln einen gebrauchten Mercedes - Lieferwagen, der in vielen Arbeitsstunden zu einem Mehrzweckfahrzeug umgebaut wurde.

Im November 1994 erteilte Pfarrer Ederer den kirchlichen Segen.

Im November 1995 musste die Vorstandschaft der FF Bergern einige Hindernisse überwinden, um die Patenschaft der FF Gotteszell für ihr 90-jähriges Gründungsfest zu erhalten.

Folgende Hindernisse waren zu bewältigen: Baumstamm mit - stumpfer - Baumsäge durchsägen; einen Teller Semmelbrösel essen; ein Teller Suppe mit durchlöcherten Löffel essen und synchron ein Glas Bier trinken (Bild). Nach Erfolgreichem Bestehen dieser gestellten Aufgaben, begoss man die Patenschaft bis zum frühen Morgen beim Hacker Bräu.

Vom 31. Mai - 02. Juni 1996 feierte man mit der FF Bergern ihr 90-jähriges Gründungsfest. Dabei unterstütze man den Jubelverein so gut es ging.

Am 11.10.1997 musste unsere Wehr zum Patenbitten zur FF Bergern.

Die Männer und Frauen der Bergerner Wehr erwarteten uns beim Anwesen Meindl am Hochbühl, wo sie schon einige Aufgaben für uns vorbereitet hatten. Natürlich hatte auch unsere Wehr etwas vorbereitet, um die Bergerner etwas milde zu stimmen, z.B. einen Leiterwagen mit einem Fass Bier, Würste und Brezen.

Am Anfang aber brachte unser Vorstand Fritz Kieckbusch das Patengesuch vor.

Nachdem sich die Bergerner das Bittgesuch angehört hatten, musste die Führungsriege noch einige Hindernisse überwinden, bis man die Einwilligung zur Übernahme der Patenschaft bekam.

So musste ein Eisenrohr mit einem sehr langsam laufenden Winkelschleifer durchtrennt werden, doch unser findiger Vorstand hatte schon vorgesorgt, er hatte eine Bügelsäge mit neuem Sägeblatt mitgenommen. Mit dieser durchtrennten die Vorstände und Kommandanten das Eisenrohr, die erste Hürde war somit genommen.

Nun glaubte man, dass man mit den mitgebrachten Köstlichkleiten die Bergerner milde stimmen könnte und die Patenschaft erhält.

Doch da hatte man sich getäuscht.

Als man gerade Aufstellung nehmen wollte, zogen die Bergerner eine Kutsche aus der Garage, auf der die Ehrenmutter und der Ehrenkommandant platznehmen durften. Doch ein Problem stellte sich in den Weg. Es fehlten die Rösser. So entschlossen sich die Bergerner, einfach die Gotteszeller Vorstände und Kommandanten einzuspannen. Der Gotteszeller und Graflinger Bürgermeister durften noch schieben helfen. Dies war eine große Hilfe.

So zog man ins Gasthaus Steininger in Grub, um dort die letzten Aufgaben zu bewältigen.

Die Führungsriege und Bürgermeister mussten noch Suppenlöffeln, Eier- und ´Zwegerl´essen, sowie aus durchlöchertem Krug trinken.

Der Atemschutz musste seine Blaskraft beweisen, dies war eine farbige Angelegenheit.

So feierte man noch einige Stunden den gelungenen Erhalt der Patenschaft.

Die nächsten Bilder zeigen die Hürden des Patenbittens.

Nur dem beherzten Eingreifen der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass wie hier beim Brand im Anwesen Sixt in Achslach, das Wohnhaus kein Raub der Flammen wurde. Unsere Wehr war eine der ersten, die am Einsatzort eintrafen.

Vom 05. - 07. Juni 1998 feierte man schließlich das 125-jährige Gründungsfest der FF Gotteszell, welches durch tatkräftige Mithilfe aller Mitglieder ein voller Erfolg war.

Da das Mehrzweckfahrzeug schon erhebliche Reparaturen aufwies, wurde im selben Jahr noch ein neues, der Marke VW, angeschafft und in Eigenleistung für den Feuerwehrdienst umgerüstet.

Nach mehrmaliger Feststellung, dass der Platz im Gerätehaus nicht ausreicht, wurde 2001 für sämtliche Gerätschaften, ein Anbau in Eigenleistung erbaut.

Im Jahre 2006 wurde unser altes Mehrzweckfahrzeug, Marke VW T3, aufgrund Alterserscheinungen ausgemustert und es wurde ein neues, Marke VW T4 wiederum durch den Verein angeschafft und mit Hilfe einiger Kameraden feuerwehrtauglich aufgebaut.

2007 hat die Jugendfeuerwehr in Rahmen des Programms 3 Tage Zeit für Helden den Gedenkstein unserer Feuerwehr renoviert.

2010 wurde das Gerätehaus in Eigenarbeit grundrenoviert, welches nun wieder in neuem Glanz erstrahlt
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